Ereignisrekorder

Mobile Geräte zur Erfassung der Rhythmusstörung – Ereignisrekorder

Um Vorhofflimmern zweifelsfrei nachzuweisen und zu dokumentieren, muss ein EKG geschrieben werden. Das geschieht in der Regel beim Arzt mit der sogenannten 12 Kanal-Technik. Allerdings tritt die Rhythmusstörung bei vielen Patienten nur von Zeit zu Zeit auf, meist wenn gerade keine Arztpraxis in der Nähe ist. Vorhofflimmern trotzdem zu erfassen, gelingt in vielen Fällen mit einem Langzeit-EKG. Klassische Langzeit-EKGs zeichnen den Herzrhythmus über 24 oder 48 Stunden auf. Aber nicht immer tritt die Rhythmusstörung in diesem Zeitraum tatsächlich auf.

Zusätzliche diagnostische Möglichkeiten zu dem klassischen Langzeit-EKG, das der Patient am Körper bei sich trägt, und dem 12 Kanal-EKG beim Arzt bieten seit einigen Jahren sogenannte Ereignisrekorder (Event recorder). Diese kleinen handlichen Geräte versetzen den Patienten in die Lage, selber ein Anfalls-EKG aufzuzeichnen, wenn die Herzrhythmusstörung akut auftritt. Ereignisrekorder werden daher zunehmend eingesetzt, um bei gelegentlichem Herzstolpern, das zum Beispiel während eines Langzeit-EKGs nicht aufgetreten ist, abzuklären, ob es sich um Vorhofflimmern handelt. Dieser Nachweis ist Voraussetzung für die weitere Behandlung. Auch für die Überprüfung, ob eine Therapie wie zum Beispiel eine Katheterablation von Vorhofflimmern erfolgreich ist, hat sich der Einsatz von Ereignisrekordern bewährt.

Grundsätzlich unterscheidet man den externen Ereignisrekorder vom implantierbaren Ereignisrekorder, der eine kontinuierliche Ereigniserfassung über einen längeren Zeitraum ermöglicht. Bei den meisten Geräten können die aufgezeichneten Daten per Telefon übertragen werden.

Externe Ereignisrekorder

Eine externe Erfassung kann entweder in Form einer wiederholten kurzzeitigen (intermittierenden) Registrierung oder aber als kontinuierliche Überwachung erfolgen. Bei externen Ereignisrekordern mit intermittierender Überwachung wird der Patient aufgefordert, sobald eine Vorhofflimmer-Episode auftritt, den externen Eventrekorder auf die Haut im Brustbereich zu drücken und ein EKG über einen Zeitraum von 30 Sekunden bis zu wenigen Minuten aufzuzeichnen.

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz eines solchen Gerätes ist, dass der Patient sein Vorhofflimmern spürt und genug Zeit hat, das Gerät ordnungsgemäß anzuwenden. Das heißt, die Episode muss dazu in aller Regel länger als 30 Sekunden dauern. Diese Form der Ereigniserfassung hat den Vorteil, dass der Patient zwischen den Episoden durch das Gerät nicht eingeschränkt ist. Von daher ist der Einsatz über einen längeren Zeitraum durchaus möglich.

Externe Ereignisrekorder mit kontinuierlicher Überwachung werden mit Klebeelektroden direkt an der Haut fixiert, so dass das Gerät permanent den Herzrhythmus erfassen kann. Im Falle eines Ereignisses aktiviert der Patient den Rekorder und speichert somit das EKG vor und nach der Aktivierung. Einige Geräte sind auch in der Lage, bestimmte Rhythmusstörungen, die vorher entsprechend definiert wurden, selbständig zu erkennen, und aktivieren dann automatisch die EKG-Erfassung, sobald zum Beispiel Vorhofflimmern auftritt.

Externe Ereignisrekorder mit kontinuierlicher Überwachung bieten im Gegensatz zur intermittierenden Erfassung die Möglichkeit, auch Ereignisse, die nur kurz dauern, zu erfassen. Mit den automatischen Geräten können auch Vorhofflimmer-Episoden registriert werden, die der Patient selbst nicht spürt. Wegen der Hautelektroden ist diese Form der Erfassung jedoch auf maximal zwei bis drei Monate beschränkt.

Mit externen Ereignisrekordern können Patienten ihren Herzrhythmus zu Hause selbst aufzeichnen. Anschließend beurteilt der Arzt die gespeicherten EKGs.

Implantierbare Ereignisrekorder

Die Einschränkungen der externen Erfassung werden durch implantierbare Ereignisrekorder weitgehend überwunden. Allerdings ist dazu ein invasiver Eingriff notwendig, um das Gerät unter die Haut zu implantieren. Die derzeit verfügbaren Geräte werden in lokaler Betäubung links neben dem Brustbein implantiert. Die Elektroden zur EKG-Erfassung sind in das Gehäuse eingelassen, so dass eine Elektrodenimplantation in das Herz dabei nicht erforderlich ist. Die Lebenszeit der Geräte beträgt bis zu fünf Jahren. Neben der automatischen Erkennung von Vorhofflimmern besteht auch bei den implantierten Rekordern die Möglichkeit, dass der Patient selbst die EKG-Aufzeichnung startet. Auch hier können die Daten telefonisch übertragen werden.

Implantierbare Ereignisrekorder werden üblicherweise links neben dem Brustbein zwischen der 1. und 4. Rippe unter die Haut gesetzt.

Praktisch-klinisches Vorgehen

Klagt ein Patient über Herzstolpern, führt der Arzt in der Regel folgende Schritte durch: Der Patient wird zunächst einer fachgerechten Untersuchung des Herz- und Kreislaufsystems unterzogen, um festzustellen, ob Krankheiten vorliegen, die zum Beispiel Vorhofflimmern fördern. Falls sich im Rahmen dieser Untersuchung der Hinweis auf eine entsprechende Grunderkrankung ergeben sollte, können weitergehende Untersuchungen nötig werden, bespielsweise eine Herzkatheteruntersuchung, um eine koronare Herzerkrankung abzuklären. Im nächsten, parallel dazu ablaufenden Schritt versucht der Arzt, das unklare Herzstolpern zu erfassen und im EKG zu dokumentieren, damit geklärt werden kann, ob es sich um Vorhofflimmern handelt.