Der Herzrhythmus

Einzige und entscheidende Aufgabe unseres Herzens ist es, das Blut durch den Kreislauf zu pumpen und damit Sauerstoff und Nährstoffe zu den einzelnen Organen zu transportieren. Indem sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird das Blut aus den Herzkammern ausgestoßen, um bei der Erschlaffung des Muskels erneut Blut aus den Herzvorhöfen und den zuführenden Venen in die Kammern anzusaugen. Herzklappen (Ventile) sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung gepumpt wird.

Damit sich der Herzmuskel zusammenzieht, muss er durch einen kleinen elektrischen Reiz (Impuls) „angestoßen“ werden. Dieser Impuls geht von einem Nervengeflecht aus, das im rechten Vorhof des Herzens an der Mündung der oberen Hohlvene liegt, dem sogenannten Sinusknoten. Der Sinusknoten gibt einen elektrischen Impuls ab, der zunächst gleichmäßig über die beiden Vorhöfe läuft und infolgedessen sich die Vorhöfe zusammenziehen (kontrahieren). Danach passiert der Impuls den AV-Knoten, eine muskuläre Struktur im rechten Vorhof in der Nähe der Herzscheidewand, und wird dann auf die beiden Herzkammern geleitet. Die Folge: eine Kontraktion der Herzkammern. Dieser Vorgang wiederholt sich 60 bis 80 Mal pro Minute, rund 100.000 Mal am Tag.

Normalerweise verläuft sowohl der elektrische Erregungsablauf, als auch das folgende Zusammenziehen und Erschlaffen des Herzmuskels geordnet ab. Beim Vorhofflimmern ist dieser Ablauf gestört. Statt des Sinusknotens wollen tausende anderer Zellen über zahlreiche kleinste Erregungswellen gleichzeitig im Vorhof die Rolle des Taktgebers übernehmen. Aus einem geordnetem Erregungsablauf (Sinusrhythmus) ist ein elektrisches Chaos entstanden, das in einem mechanischen Chaos mündet. Die Vorhöfe können sich nicht mehr zusammenziehen. Sie stehen praktisch still.